Wie gehe ich beim Autoexport vor?

Kfz-Export

Besonders beliebt im Ausland sind deutsche Fahrzeuge. Auch defekt und gebraucht werden diese gerne angekauft. Lange Laufleistungen und Getriebeschäden wirken sich nicht negativ auf die Kaufbereitschaft aus. Ganz im Gegenteil: durch verhältnismäßig geringe Ankaufspreise ist die Nachfrage nach Gebrauchtwagen besonders hoch. Daher können auch Sie in Betracht ziehen, Ihren Altwagen zum Export anzubieten. Wir informieren Sie, wie Sie diesen selbst in die Hand nehmen.

Die richtige Vorbereitung

Damit Ihr Fahrzeug letzten Endes ins Ausland exportiert werden kann, müssen Sie einige Vorkehrungen treffen. Grundsätzlich läuft ein Export über das Zollamt ab. Um dort alle notwendigen Dokumente vorlegen zu können, müssen Sie diese vorerst beschaffen. Neben dem KFZ-Brief und einer Kopie des Personalausweises des Käufers benötigen Sie eine Ausfuhranmeldung, ein Ausfuhrkennzeichen und eine Movement-Reference-Nummer, die sogenannte MRN. Zuallererst beantragen Sie die Ausfuhranmeldung bei einem Dokumentenservice oder Spediteur. Diese kann Ihnen per Mail zugeschickt werden, wodurch Sie Zeit und Aufwand sparen. Neben der Ausfuhranmeldung wird Ihnen die MRN zugesendet. Im zweiten Schritt gehen Sie zur Zulassungsstelle, um ein Ausfuhrkennzeichen anzufordern. Vergessen Sie hierbei nicht, einen internationalen Zulassungsschein mit zu beantragen. Die Ausstellung der genannten Dokumente kostet Sie lediglich 30 Euro. Somit halten sich die Kosten für einen selbstorganisierten Export in Grenzen. Nun können Sie die Ausfuhr Ihres Fahrzeuges beim Zollamt anmelden. Dort wird geprüft, ob die Nummer auf dem Fahrzeug und die im Fahrzeugbrief deckungsgleich sind. So kann festgestellt werden, ob Sie der rechtmäßige Besitzer des Wagens sind. Gewährt das Zollamt Ihnen den Export, wird die Ausfuhranmeldung abgestempelt. Im letzten Schritt wird diese beim Grenzzollamt ein zweites Mal abgestempelt, bevor das Auto Deutschland verlässt. Voraussetzungen für einen Export sind, dass Ihr Pkw für den Export versichert ist und der Kaufvertrag von Verkäufer und Käufer unterzeichnet ist. 

 

Was gibt es zu beachten?

Haben Sie bereits ein Fahrzeug verkauft, wissen Sie, dass der Ermittlung des Restwertes besondere Beachtung geschenkt werden sollte. Diesen genau zu bestimmen ist wichtig, um bei einem Verkauf den entsprechenden Gewinn zu machen. Den genauen Fahrzeugwert können Sie von einem Fachmann ermitteln lassen. Dieser kann den Fahrzeugzustand meist genau beurteilen. Eine andere Möglichkeit ist sich auf Online-Vergleichsportalen einen Überblick zu verschaffen. Dabei können Sie sehen, wie hoch Ihr Wagen im Netz gehandelt wird. Für eine besonders genaue Wertermittlung können Sie die sogenannte "Schwacke-Liste" heranziehen. Neben Fahrzeugmodell, -marke und -alter werden wertrelevante Ausstattungsmerkmale in die Ermittlung miteinbezogen. Um sich dem ermittelten Restwert noch sicherer zu sein, können Sie auch mehrere Fachmänner aufsuchen. Haben Sie einen Abnehmer mit Sitz im Ausland für Ihren Altwagen gefunden, können Sie mit diesem den Verkaufspreis verhandeln. Versuchen Sie dabei immer sachlich zu bleiben. Setzen Sie sich eine Schmerzgrenze unter die der letztendliche Verkaufspreis nicht fallen darf. Besonders wichtig bei einem Exporthandel ist die Abmeldung des Fahrzeuges bei der KFZ-Zulassungsstelle. Bei einem Autoverkauf sollten Sie diese generell vor der Fahrzeugübergabe durchführen, um danach von allen Pflichten befreit zu sein. Für einen Export ist die Abmeldung ein Muss, da Sie nach der Ausfuhr Ihres Wagens nicht weiterverfolgen können, was mit diesem geschieht. Die Kfz-Steuer wird weiterhin von Ihrem Konto eingezogen, sollten Sie Ihren Wagen angemeldet verkauft haben. Ist der Abnehmer für die deutsche Versicherung nicht erreichbar, bleiben Sie auf unzähligen Kosten sitzen. Durch eine Abmeldung beugen Sie zahlreichen Risiken vor. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Abschluss eines Kaufvertrags. Durch diesen kann Ihre Versicherung sehen, an wen und zu welchem Zeitpunkt Sie Ihr Fahrzeug übergeben haben. Jedoch ist der Vertrag nur rechtskräftig, sobald dieser von beiden Partien unterschrieben ist.